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Posted on June 2nd, 2007 by delijha.
Categories: gehirnmessie, maerchenwolken.
ich mag ihn einfach nicht. ich fahre seltenst mit oeffentlichen verkehrsmitteln. ich weiss, eine schande und ein skandal in der heutigen zeit. hey, aber irgendwie will mein auto ja auch gefahren werden, wenns schon teuer bezahlt wird im monat. jaja und ich gebe zu, ich find auto fahren toll… ich kann musik hoern, die ich geil finde und singen und mit mir selber reden – bescheuert aussehen usw… ich befinde mich in MEINEM eigentum. das nur am rande….
ja jedenfalls gings mir heute morgen wieder auf. man muss ja nich mal in der u-bahn sitzen, oder sich in den katakomben auf nem bahnhof befinden – reicht ja schon, wenn man mal an solchen bodengittern vorbeikommt und aus ihnen der geruch emporsteigt. ich kann gar nicht sagen, was es is. es ist eine mischung aus dem gefuehl keine luft mehr zu bekommen, vermischt mit erinnerungen. erinnerungen an die nich soooo haeufigen (aber regelmaessigen) ausfluege mit meiner mutter nach berlin, als ich klein war.
berlin war damals fuer mich ein moloch – natuerlich kannte ich als kind den begriff “moloch” noch nicht, aber heute beschreibt es das ganz gut. alles war riesig und alles war irgendwie stinkig. okay, war ja auch osten und es wurde eh immer erzaehlt dass hinter dem goldenen zaun der dicken mauer, alles bunt, sauber und toll waere. okay, wahrscheinlich hatte meine kindlich-uebertriebene phantasie da was falsch verstanden, aber so sahs in meiner vorstellung nun mal aus (bonbons und matchbox-autos ueberall auf den buergersteigen verteilt).
der alexanderplatz war das einzige was ich toll fand damals… die weltzeituhr besonders. ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass es woanders nacht war, waehrend wir hier nachmittags um 3 eis aßen. der rest berlins bestand fuer mich irgendwie nur aus hochhaeusern und u-bahnen. da stank es halt immer so… es war stickig und nahm einem die luft zum atmen, wenn man die treppen runter zum bahnsteig ging.
wie es ja eigentlich immer mit bestimmten geruechen ist, versetzt mich eben jener u-bahn-geruch sofort in diese zeit zurueck und irgendwie dachte ich heute morgen, auf dem weg zum auto, als ich den geruch noch in der nase hatte (die gitter warn schuld), dass ich gern in berlin lebe, aber doch irgendwie ein kleinstadtkind bleibe. als kind haette ich niemals all die natur, die schrecklichen kuhscheissegerueche wunderbare landluft, die kleinen haeuser und das gefuehl jeden zu kennen, eintauschen wollen.
auf letzteres konnte ich allerdings schon so mit 14 verzichten, als meinen eltern berichtet wurde, dass ich rauchend irgendwo gesehen wurde….und ueberhaupt, wenn man “erwachsen” wurde, wurde einem die kleinstadt schnell zuviel. nie hatte irgendwas auf, es gab ein kino, dass dann irgendwann zugemacht hatte… das naechste war weiter weg und da kam man ja schon mal gar nich gut hin, weil man hatte ja noch kein auto. die dorfdisco war toll- nicht toll war, dass quasi die maenner rotierend weitergereicht wurden – frauen natuerlich auch.
es gab einfach nüscht und dazu wurden auch noch die buergersteige um achte hochgeklappt!
aber zurueck zu kommen, einmal im monat oder auch mal am wochenende, ist toll. es gibt ja auch noch ne menge leute, die dort haengen geblieben sind. ich merk dann aber auch ganz schnell, dass sie zwar die gleichen geblieben sind, ich es aber nicht bin. man hat das gefuehl, sie wuerden sich immer noch in einem endlosen sandstrudel der zeit drehen und man selber haette quasi aeonen der entwicklung durchgemacht.
ungerecht und sicher nicht ganz richtig – die uhr tickt in einer kleinstadt nur ganz anders (das versuch ich mir immer wieder klar zu machen).