You are looking at posts that were written on August 22nd, 2007.
| M | T | W | T | F | S | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| « Jul | Sep » | |||||
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | ||
| 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |
| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | ||
Posted on August 22nd, 2007 by delijha.
Categories: cinematic.
wir haben den film gestern abend gesehen und ich war vorher sehr gespannt drauf. ich habe selbst in der ddr gelebt, auch wenn ich jung war, hab ich doch vieles was dort im film gezeigt wurde, miterlebt. freunde, die sich als spitzel rausstellten. wohnungen die verwanzt waren. leute, die nicht mehr aufgetaucht sind. als kind war das nur eins: gruselig.
meine mutter bleute mir regelmaessig ein, dass ich nichts, was ich manchmal hoerte, wenn meine eltern vom ausgehen heimkamen, irgendwo erzaehlen durfte. mein vater war schon manchmal frustriert und wetterte gegen das system – gerade wenn er angetrunken war. da meine eltern mich da frueh genug aufklaerten, dass menschen schon wegen weniger verschwunden sind, hielt ich penibel meine klappe. ich weiss noch, einmal auf einer familienfeier, waere mir beinahe ein satz ueber onkel erich rausgerutscht: “papa sagt auch immer onkel erich……” – eiskaltes schweigen machte sich breit und ich verstummte schlagartig.
nun soll das alles nicht so horrormaessig klingen, denn nichts desto trotz war die ddr keine schlechte welt fuer uns. uns gings gut und ich verlebte eine tolle kindheit.
der beigeschmack als kind war allerdings immer da.
es gab da diese heimlichen treffen meines vaters mit freunden, bei denen dann musikplatten aus dem westen rumgezeigt und gehoert wurden, skatrunden stattfanden, wo es nette erotikmagazine von drueben zu gewinnen gab und und und…. das alles wurde irgendwann zum ende der ddr auch eingestellt, weil man gerade zum ende hin davon ausgehen konnte, dass fast jeder irgendwie behelligt wurde. einen tag durchsuchten meine eltern dann auch die ganze wohnung nach wanzen und bedeuteten mir, als ich reinkam, mit dem finger, still zu sein und nichts zu sagen. mir war das zu unheimlich und ging wieder raus und fuhr zu meinem besten freund.
das leben der anderen ist ein guter film. ulrich muehe als gerd wiesler ist geradezu fantastisch. der film ist still und eindringlich und laesst einem am ende denken, man haette eine art dokumentarfilm gesehen (ich weiss nicht, wie das fuer westdeutsche ist, ich kannte ja vieles davon).