You are looking at posts that were written on September 25th, 2008.
| M | T | W | T | F | S | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| « Aug | Oct » | |||||
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 |
| 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 |
| 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 |
| 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 |
| 29 | 30 | |||||
Posted on September 25th, 2008 by delijha.
Categories: buecherwahn.
Das große Spiel
Claude Cueni
Heyne TB 2008-02 Broschiert 447 Seiten
Klappentext:
Eine unglaubliche, aber wahre Geschichte. Ein genialer Jongleur zwischen Geld und Liebe. Ein leidenschaftlicher historischer Roman.
Begnadeter Spieler, legendärer Frauenheld, brillanter Mathematiker – John Law war die schillerndste Figur seiner Zeit. Claude Cuenis großer historischer Roman erzählt die fesselnde Geschichte eines Genies, das für eine atemberaubende Idee sein Leben und ein ganzes Land aufs Spiel setzte.
1671 in Edinburgh geboren, verspielt John Law bereits in jungen Jahren das Vermögen seines Vaters. Draufgängerisch auch sein Umgang mit den Frauen. Scharen von gehörnten Ehemännern frohlocken, als Law nach einem Duell mit tödlichem Ausgang das Land verlassen muss. Während seiner Flucht quer durch Europa kommt ihm die bahnbrechende Idee, Geld nicht länger mit den immer knapper werdenden Edelmetallen zu decken. John Law erfindet das Papiergeld, doch seine Idee findet kein Gehör. Erst als er Anfang des 18. Jahrhunderts nach Frankreich gelangt, bekommt er seine Chance. Der Herzog von Orléans, gerade zum Regenten gekürt, findet Gefallen an der Vorstellung, die enormen Staatsschulden quasi per Druckerpresse zu tilgen. 1716 gründet Law die Banque Royale und gibt erstmals Papiergeld aus. Seine Idee bewährt sich, der Handel blüht, und John Law häuft ein Vermögen an, das ihn zum reichsten Mann seiner Zeit macht, ja vielleicht zum reichsten Mann, der jemals gelebt hat. Doch irgendwann holt ihn seine Spielernatur ein. Ein leidenschaftlicher historischer Roman.
Meine Meinung:
Ich hab den Roman an zwei Abenden verschlungen. Ich lese groeßtenteils Fantasy und hab gerade mit historischen Buechern oefter laneger als durchschnittlich zu tun, sie durchzulesen. Das liegt meistens an den wirklich umfangreichen Daten und der Anzahl an Personen, die man sich merken muss – da brauch ich immer einen freien Kopf, um genug Aufmerksamkeit zu haben.
“Das große Spiel” war voellig anders und darf sich trotzdem zurecht historischer Roman nennen. Zuweilen hatte ich das Gefuehl, es handle sich um eine Art Roadmovie.
Schreibweise/stil von Cueni sind so fluessig und er schafft so zuegig und unmissverstaendlich die Zustaende der damaligen Zeit zu beschreiben, dass keine Fragen offen bleiben. Dabei vernachlaessigt er aber auf keinen Fall die Fakten. Das Buch ist tatsaechlich wunderbar recherchiert und schildert lebending und schillernd Vieles, was man vielleicht selbst schon wusste. Es geht quasi um die Erfindung des Papiergeldes und die Revolutionierung des Kreditwesens, als Metall fuer Muenzen langsam knapp wird und fast nur noch die Ressourcenfelder eines Landes, oder aber Kriege darueber entscheiden, ob ein Land liquide ist oder nicht.
Der Hauptcharakter John Law war mir absolut symphatisch und ich kam nich umhin, mich ein wenig in ihn zu verlieben. Ein Mann, ein Spieler, ein brillianter Mathematiker der zuerst fuer seine Ideen brennt und fuer das Bild, dass er von der Welt hat – der es sich zur Lebensaufgabe macht, die Welt (zumindest im Finanzwesen) so zu revolutionieren, damit sie zu einem besseren Platz fuer alle Menschen wird.
Als Frau behagte mir natuerlich auch das verwegene Kaempfen um die eine (verheiratete) Frau, die er liebte.
Am Ende blickt man zusammen mit John Law auf sein Leben zurueck und sieht, was er tatsaechlich erreicht hatte – man sieht ebenso all die Rueck -und Schicksalsschlaege. Einem wird klar, Wie Menschen mit Ideen, die bereit sind fuer diese zu kaempfen und zu sterben, unsere Welt erschufen, wie wir sie kennen.
Meine Meinung: Ein absolut fantastisches Buch, das mir Appetit auf mehr historische Romane gemacht hat. Es bietet, finde ich, alles was man sich wuenschen kann: Mehr als eine handvoll Leute, die eng ins Geschehen mit eingestrickt werden, gut ausgebaut wurden; immer wieder gut geschilderte Situationsbeschreibungen zur damaligen Zeit (gerade die Verhaeltsnisse in Frankreich) und zum Weltgeschehen; einleuchtende Erklaerungen zum Finanzwesen, die Lust auf eigene Recherche gemacht haben; eine Liebesgeschichte – auf die ich ehrlich gesagt, sonst gerne verzichte, aber in dieser Form gehoerte sie einfach dazu – das lag wohl daran, dass Cathrine sich absolut abhebt von den Damen der damaligen Zeit und wie ein Baum hinter ihrer Liebe und Johns Ideen stand – das hat mir imponiert.
Absolute Unterhaltung und auf keinen Fall trockene Historik!
5 von 5 Sternen
this is the life » « [Gastbeitrag] Ich geh da essen und mecker weil ich Hunger habe…