ist doch ganz einfach, oder?

Posted on May 17th, 2010 by delijha.
Categories: gruebeln.

Jetzt wo ich “frei” bin, sollte es doch ganz einfach sein, sich klarzuwerden, was man eigentlich will. Vom Leben. Und was man generell so machen will, damit das Konto gefuellt ist.  An sich stimmt das auch. Ich merke, wie der ganze Ballast so langsam von mir abfaellt. Aber eben nur langsam. Sehr, sehr langsam. Nach 2 Wochen Arbeitslosigkeit fuehle ich mich zwar generell besser, als nach 2 Wochen Urlaub, aber so ganz ist der Kopf noch nicht frei.

Verwundert war ich heute, als der Mann, voellig wertfrei, meinte: “Mensch, du willst doch bestimmt gar keinen Job mehr – du kochst und backst. Kuemmerst dich um Haushalt und Kinder – und das alles freiwillig.” Kurz stutzig, fiel mir dann tatsaechlich auf, dass ich ohne das uebliche Murren und Knurren, Zeug im Haushalt mache und heute sogar abends gegen 21:30 auf den Trichter kam, nen Kuchen zu backen. Meine spontane Schlussfolgerung dem Mann gegenueber war dann, dass ich mich ohne Aerger im Hinterkopf einfach voll in sowas fallen lassen kann und es Spaß macht.

Dass das natuerlich nicht die Erfuellung meines Lebens ist, ist auch klar, aber ein gutes Zeichen, dass das Loslassen nach fast 8 Jahren eBay wohl nun doch langsam beginnt. Damit rueckt aber auch die Frage in den Vordergrund: Was will ich demnaechst machen?

Ganz bewusst denke ich darueber nicht schon seit Monaten nach – ich wollte einfach mal sehen, auf was fuer Ideen man kommt, wenn man nicht aus dem ueblichen Druck heraus anfaengt, nach dem gleichen Job in anderen Firmen zu suchen. Bisher denke ich, dass es eine gute Entscheidung war. Der Ein oder Andere  waere da sicher schon in Panik ausgebrochen, ob der drohenden Arbeitslosigkeit, aber bisher komm ich damit sehr gut zurecht. Das liegt wohl vor Allem daran, dass ich einen unerschuetterlichen Glauben daran habe, mittelfristig was fuer mich zu finden. Mein ueberdurchschnittlich großes Ego tut hier auch einen großen Teil.

Was also nun… machen, was man vorher gemacht hat, weil man’s kann? Dabei ist “Koennen” hier auch noch so eine Sache. Ich hab’s 8 Jahre gemacht, aber nicht gelernt – es ist aber das, was ich kann, also mach ich wohl mal einen Punkt hier. Machen, was man will? Das ist einfacher gesagt, als getan, denn wenn man so vielseitig interessiert ist wie ich (und das ist nicht unbedingt was Positives – ich beneide mittlerweile Leute, die sich fuer weniger, aber dafuer intensiver interessieren). Man muss ja auch realistisch bleiben… also muss man nicht, aber ich moechte es gerne, denn ich gebe zu: Ja, ich bin auf Geld angewiesen, weil ich mir was leisten moechte. Das heisst fuer mich, dass ich mir selbst Grenzen setze. Hauptberuflich studieren ist also nicht mehr drin, denn auf das Geldniveau moechte ich nicht mehr runter (geht das ueberhaupt ueber 30, kriegt man da noch Bafög?).

Es kaeme also die Kombination: gutbezahlten Job suchen + nebenbei studieren und dann wechseln – in Frage. Dann gaebe es da noch die Moeglichkeit, mir in dem Beruf (hier kommt Etliches in Frage), den ich gerne ausueben moechte, einen schlecht bezahlten Job zu suchem und berufsbegleitend zu studieren. Moeglichkeit Nummer 3 sind Jobs im Ausland. Es gibt da einige die mich interessieren. Es sind wohl vorwiegend die Firmen, die mich interessieren – aber ganz im Gegenteil zu frueher, als ich es grundsaetzlich erstmal immer als begrueßenswert ansah, mal ins Ausland zu gehen, finde ich heute, dass es schon gute Gruende und ziemlich viele Anreize geben muss, um fuer einige Zeit oder immer “auszuwandern”. Die 4. Sache ist immer noch die Selbstaendigkeit, die in meinem Kopf rumspukt. Mit den Kollegen gab’s viele Gespraeche darueber und natuerlich auch viel Spinnerei. Gute Ansaetze waren allerdings auch dabei und reizen tut mich die Sache schon.

Alles in Allem sieht es also so aus, dass einfach noch gar nix klar ist, aber sich langsam Formen in meinem Kopf bilden. Ich versuche mich absichtlich nicht unter Druck zu setzen, bewerbe mich auch nebenbei schon und gucke mal, was sich mir bietet.

Ein groeßeres Projekt nehm ich jetzt erstmal auch noch auf mich und das ist das Verkaufen der Bilder meiner Mutter. Sie malt unheimlich gerne und dazu auch noch sehr schoene Bilder und es waere einfach eine Schande, wenn die verstauben wuerden. Dafuer muss ich mir die Tage mal ein Shopkonzept und das Seitendesign ueberlegen. Es liegt also Einiges an und das Motto heisst, sich nicht stressen zu lassen.

Ich bin auch guter Dinge, was diesen Blog hier angeht. Klar, ich werde nicht versprechen, ihn wieder regelmaessig zu befuellen, aber mit dem freien Kopf kommen auch wieder Gedanken und die Muße, sie niederzuschreiben. Apropos niederschreiben -  Idee Nummer 5 ist ja auch noch im Rennen: Endlich meinen Bestseller zu schreiben ;o)

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nicht mehr da

Posted on September 2nd, 2009 by delijha.
Categories: gruebeln.

Manchmal vermisse ich ihn. Unsere Leben entwickelten sich nicht in die gleiche Richtung – nicht mal in eine Aehnliche. Ich hatte sogar das Gefuehl, sein Leben wuerde sich gar nicht bewegen. Das er erstarrt war. Er wollte nichts mehr von sich erzaehlen, lachte manchmal hohl, wenn wir uns unterhielten, als waere es ihm peinlich, dass er nichts beizutragen hatte.

Mir machte das nichts aus. Lange machte es mir nichts aus. Wenn man Ruhe findet und ueber Freundschaften nachdenkt, kann sich einiges aendern. Ich musste nie nachdenken, denn er war ja immer da gewesen. Unvorstellbar, warum er einfach nicht mehr da sein sollte.

Irgendwann fand ich Ruhe und vor Allem fand ich heraus, dass er eigentlich gar nicht mehr da war. Schon seit einigen Jahren war er eigentlich nich mehr da. Selbst wenn wir uns sahen, war er nicht da. Ewig hatte ich ihn nicht gesehen. IHN. Das war eine erschreckende aber auch beruhigende Erkenntnis. Denn auf ihr konnte ich die Entscheidung aufbauen, begruenden und fuer mich absegnen: Ich werde mich nicht mehr melden.

Melden war eh schon immer so ein Thema gewesen. Ich rief ihn an oder S. rief ihn an. Ob man sich nicht mal wieder treffen wollte. Wollte man, bestaetigte er immer wieder. Dann war er da. Hohl, leer, aber immer noch mit der gleichen Huelle des lieben Freundes, den ich doch so lange schon kannte.

Ich meldete mich nicht mehr. Heute kommt mir in den Sinn. Wenn jemand nicht mehr da ist, kann man auch nicht erwarten, dass er sich meldet. Vielleicht haette ich ihn zurueck holen muessen. Ihn irgendwo abholen muessen, wo er zwischendurch stehen geblieben ist. Der liebe Freund, den ich doch so gut kannte, der immer da war, der mir gut tat.

Oft frage ich S. oder umgekehrt, ob wir das richtig gemacht haben. Es sollte keine Genugtuung sein, den Kontakt abzubrechen. War’s am Ende aber schon, denn wenn man so oft auf einen Anruf wartet, selbst wenn dieser nur das Wohlbefinden abfragen will – auf ein kleines Zeichen, dass zeigt, dass die Freundschaft wichtig ist, dann hofft man am Ende doch nur, dass der Andere endlich das Gleiche fuehlen wird.

Jetzt bin ich mir nicht mehr sicher: Wenn jemand gar nicht mehr da war, wie soll er dann merken, dass er allein ist.

Auszugsweise kam dieser Freund schon in diesem Beitrag vor... damals.

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[Gastbeitrag] prähistorischer Wortmüll

Posted on February 9th, 2009 by Kollege M..
Categories: gastbeitraege, gruebeln, kollege m..

Grade hatte ich meinen iPod in der Hand und wollte die den aktuellen Dittsche Podcast vorspulen.
Am Wochenende hatte ich nämlich an Mutters altem Röhrenradio von 1961 rumgebastelt ( Vielen Dank an dieser Stelle an die Kollegen vom Dampfradioforum )
Na, jedenfalls fielen mir da meine kindlichen Bastelarbeiten an Mutters Tonbandgerät ein und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen .

Vorspulen..zurückspulen…kann, ja DARF man das eigentlich noch sagen ?

HEUTE ?

Spulen, das kommt doch von Spule-Band-Kasette.
(für die jüngeren Leser, das waren die urzeitlichen MP3/Video Speichermedien aus dem letzten Jahrhundert.)

Damals wurden Musik, Daten und Filme auf magnetischen Bändern aufgezeichnet, die auf SPULEN aufgewickelt waren.
Später wurden diese Spulen in KASETTEN verpackt, das machte die Sache handlicher.
Vernuddeln oder Leiern inklusive.

Dennoch musste man diese Bänder wirklich spulen, um zur gewünschten Stelle zu gelangen.
Video BÄNDER aus der Videothek musste man vor Zurückgabe sogar immer zurückspulen, sonst drohte Strafzahlung.
Eine harte Zeit, die sich heute kaum noch einer vorstellen kann.

Inzwischen liegen die Daten ja auf Festplatten oder gleich im Flashspeicher, man hat also an sich ganz fixen Zugriff auf jede gewünschte Stelle.
Da gibt’s also keine Spulen mehr, dennoch hält sich diese veraltete Begrifflichkeit hartnäckig.
Ich trau mich inzwischen kaum noch, bei meinem Festplattenreceiver vorzu”spulen”, weil das Wort die Sache doch gar nicht richtig beschreibt !

Helft mir !

Also, was haben wir da an Begriffen die eines aktuellen Ersatzes bedürfen ?
-Vorspulen
-Zurückspulen
-Bandsalat…okok, gibt’s ja gar nicht mehr.
Irgendwelche Vorschläge, mit denen ihr in die Analen der Wortschöpfung eingehen wollt ?

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old content: reloaded

Posted on July 23rd, 2008 by delijha.
Categories: gruebeln, photos.

bastiH wieder, ey! waehrend meiner bloggerischen verrottungsphase kann ich mich wohl langsam drauf verlassen, dass es basti es is, der mich zumindest soweit bringt, mal das suchfeld in meinem blog zu bedienen, um nach altem content suchen, der mir passend erscheint fuer bastis aktuellstes thema. kinderfotos. peinlich hin oder her – ich hab schon mal welche geposted, zusammen mit nem text ueber kindertage.

ich will das jeder, der das jetzt hier grad lesen kann, das liest. ich weiß auch, dass das vermutlich nur googlebots, spambots, searchbots, bots im allgemeinen und speziellen und leute sind, die in der internetbildersuche: “fkk” eingegeben haben.

mir egal —> klickt DAAAAAAAAAAAAAAAAAAA

(uebrigens, nur so nebenbei, sind die bilder so komisch, weil ich damals, vor 2 jahren, ein voellig anderes theme hatte, kein bilder plugin und generell total am arsch war)

edit: scheiße!!! mir faellt grad ein – ich muss zuhause nochmal suchen. es gibt ein scheiße peinliches foto von mir von ner tschechei (CSSR damals!)-klassenfahrt. das war/ist der knaller. ossialarm!

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psssst

Posted on June 17th, 2008 by delijha.
Categories: gruebeln.

nun hat mich was zum schreiben gebracht. ein thema, dass ich gedanklich schon wieder viel zu oft durchgekaut habe…letztens erst besprochen habe. dabei faengts damit eigentlich schon an. sprechen. einfach mal wieder die fresse halten, waere naemlich besser.

ich weiss nich, wo ich anfangen sollte. vielleicht bei frueher und wie man sich so weiter entwickelt. frueher war ich extrovertiert, frueher hab ich gerne viel show gemacht, hoffentlich war ich dabei immer charmant und nie arrogant. ich hab nie das falsche gesicht davor geschoben, war nie aufgesetzt – hab mir dadurch auch nicht immer freunde gemacht. kommt nicht gut an, wenn man immer sagt, was man denkt. vieles sagt man auch, weil man den gegenueber falsch einschaetzt, weil man ihm zuviel zutraut. weil man denkt, er koenne viel einstecken.

egal. ich konnte auch gut zuhoeren. immer schon. immer schon, dachte ich auch, ich waere psychisch unheimlich stark und koennte bis ins unendliche input vertragen. sorgen von freunden hier, probleme fremder da und immer konnte ich sagen: redet nur, ich hab selbst ja keine, also helf ich euch gerne. weiss gar nicht, wohin mit meinem ganzen positiven karma. vielleicht dachte ich also auch, ich koenne selber viel einstecken. kann ich aber nicht. oder nicht mehr. weiss ich gar nicht, ehrlich gesagt. die vergangenheit verwischt ja so – ich definiere (kotz) mich auch lieber jetzt …was war, kommt ja eh nicht wieder und wenn ich mich nicht entwickelt haette, wuerde ich schon maechtig ins gruebeln kommen.

wo warn wir? ich konnte also zuhoeren….

und sie redeten und redeten und redeten. man bekommt das gefuehl, die ganze welt besteht nur noch aus problemen. ich will hier jetzt nicht gross reden – ich bin kein samariter, ich fuehlte mich oft als hobbypsychologe, der staendig rumanalysieren sollte fuer andere. irgendwann dachte ich dann sogar, ich muesse unbedingt psychologie studieren.

ich sags euch an dieser stelle ganz offen: ich will nichts mehr hoeren. gar nichts mehr. am liebsten sind mir heute leute, die die klappe halten. die sich nicht so wichtig nehmen. deren leben sich nicht seit 10 jahren im kreis dreht und wenn doch: sie es kapiert haben, den mund halten und/oder professionelle hilfe in anspruch genommen haben. eigentlich bin ich introvertiert und seit ich begriffen habe, dass die meisten worte eh nur ungehoert verpuffen, bin ich auch still.

ich kann immer noch die ganz grosse show machen, ich kann reden wie ein wasserfall – gluecklich bin ich dabei nicht mehr. die schoenen momente, sind die stillen momente.

heutzutage sind mir die liebsten freunde, die, die es ueber die jahre geschafft haben. einige blieben auf der strecke. gerade vor nicht soo langer zeit musste ich mir eingestehen, dass mich mit einem alten freund nichts ausser der vergangenheit verbindet. das ist nichts schlechtes. naja, es ist ganz einfach so, dass ueber gottunddieweltreden auch fuer bekannte reicht, ein freund sollte einen auch am eigenen leben teilhaben lassen bzw. interesse am leben des anderen haben. pauschal gesagt, denn darum gehts hier gerade nicht.
einige haben es ueber die jahre geschafft. da kann ich unbeschwert sein, da kann ich die klappe halten. da wird nicht gefragt, ob was is, wenn ich mal 10min den rand halte und mal nicht die spasskanone spiele.

ich rede uebrigens auch sehr viel. nicht, dass nun ein falsches bild entsteht. ich versuche mir nur die bedeutungsleeren worte zu sparen. ich flippe dann meistens gerade komplett aus und fluche in sprachen, die ich nie sprechen gelernt habe. ansonsten bin ich auch gerne ansprechbar, wenn um massenmoerder, den roten knopf, verschwoerungstheorien, horrorfilme, pornos, musik und mundgeruch, geht. man sollte sich auch unbedingt ueber leute, die viel im fahrstuhl reden, unterhalten. darueber kann man wirklich 14 stunden am stueck reden…aber das is wieder ein anderes thema.

misanthroperweise habe ich im moment keine lust, neue menschen kennenzulernen. zumindest lege ich es nicht drauf an. wenn man zufaellig irgendwo auf neue leute trifft, weil man sich mit freunden/bekannten trifft, sind mir die nicht unbedingt unsymphatisch, sie sind einfach nur laut, reden viel, wirken wie aufgeregte huehner… und ja, so arrogant es klingt: sie wirken oberflaechlich. wenn sich einmal einer meiner blicke mit jemandem treffen wuerde, der ebenso vorsichtig beobachtet, die leute sondiert, ich wuerd ich mich zu ihm stellen und die fresse halten. danach wuerd ich nach hause gehen und koennte mir sicher sein: ja, es gibt noch menschen, die einfach nur existieren. die nicht staendig ueber sich reden wollen, nicht staendig ihre lebenserfahrung auf die teppiche anderer kotzen wollen, ihre coolness und den naechsten hippen scheiss direkt vor sich her tragen.

ich kann die welt nicht durch meine gerede retten. ich kann die leben von freunden nicht durch reden in die hand nehmen. ich kann ihnen zuhoeren und schweigen und ich kann sie in den arm nehmen. mehr moechte ich, um meines eigenen seelenfriedens, nicht mehr tun. dazu bin ich faehig, darin bin ich gut. fuer alles andere gibt es das internet.

und nein @Kollege M. – du faellst auch raus. du drehst dich auch im kreis, oefter. manchmal. aber ich rede trotzdem sehr gerne mit dir.

danke bastiH – das ist deine schuld jetzt Wink

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